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Kurzbeschreibung Arzneimittelwirkstoffe im Wasserkreislauf Für das System der Trinkwasserversorgung stellen Arzneimittelwirkstoffe im Wasserkreislauf ein schwer einschätzbares und nur begrenzt steuerbares Risiko dar. Über die Entstehungsbedingungen und Dynamiken dieses systemischen Risikos ist wenig bekannt. Von besonderem Interesse ist dabei: Wie nehmen die unterschiedlichen Akteure das Risiko wahr und welchen Einfluss hat dies auf die Identifikation von Handlungsbedarf und die Umsetzung von Handlungsstrategien? Das Forschungsprojekt „Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser (start)“ nimmt diese Fragestellung mit dem Ziel auf, ein spezifisches Systemverständnis zu entwickeln, um sektorale Maßnahmen für eine Reduktion von Stoffeinträgen zu einer systemischen Handlungsstrategie zu integrieren. Umweltrelevanz und Trinkwassergefährdung Gesundheitsschutz und Umweltschutz sind gesellschaftliche Ziele, die in der Regel Hand in Hand gehen. Das in jüngster Zeit verstärkt diskutierte Problem der Umweltrelevanz von Arzneimitteln zeigt jedoch, dass beide Ziele auch in einem schwierigen Spannungsverhältnis stehen können. Arzneimittelwirkstoffe werden nach der Einnahme zum Teil unverändert mit dem Urin ausgeschieden und können über die kommunalen Abwässer in die Umwelt gelangen. Tatsächlich werden sie in vielen Oberflächengewässern Deutschlands, aber auch in durch Uferfiltrat beeinflussten Grundwasserleitern bereits in signifikanten Konzentrationen nachgewiesen. Selbst im Trinkwasser werden einzelne Wirkstoffe bereits in Spurenkonzentrationen gefunden. Wissensgrenzen Ob bei diesen Befunden mit einer Gefährdung für Mensch und Umwelt gerechnet werden muss, lässt sich nur schwer bestimmen. Denn das Problemfeld ist durch ein hohes Maß an Unsicherheit und Nicht-Wissen gekennzeichnet: Langzeiteffekte einer kontinuierlichen Aufnahme von Wirkstoffen in subtherapeutischen Dosen sind ebenso unerforscht wie die Wirkungen ihrer vielfältigen Abbauprodukte. Dabei ist davon auszugehen, dass sich die problemspezifischen Wissenslücken angesichts der aktuell etwa 3.000 allein auf dem deutschen Markt befindlichen Wirkstoffe nicht nur praktisch, sondern wegen der Komplexität des Problemfeldes auch grundsätzlich nur bedingt schließen lassen. Komplexe Risikodynamik Vor diesem Hintergrund entsteht für die Sicherung der Trinkwasserversorgung ein schwer einschätzbares systemisches Risiko. Tatsächliche Gesundheitsgefährdungen – etwa als Folge der Bildung resistenter Keime durch Antibiotika in Gewässern – und fundamentale Interessenkonflikte im Spannungsfeld zwischen einer effektiven Arzneimittelversorgung und der Bereitstellung gesundheitlich unbedenklichen Trinkwassers vernetzen sich mit der subjektiven Gefährdungswahrnehmung der Bevölkerung zu einer komplexen Risikodynamik. In einer Situation, in der Risiken als Folge von begrenztem Wissen nur schwer bestimmbar sind, entsteht im Sinne des Vorsorgeprinzips Handlungsbedarf. Strategieansätze Vorsorgende Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser können an drei Sektoren mit jeweils unterschiedlichen Zeithorizonten ansetzen:
Integrierte Strategieentwicklung Basis der Forschungsarbeit in start ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Grundverständnisses zur Entstehung und Dynamik eines systemischen Risikos für die Trinkwasserversorgung durch Arzneimittelwirkstoffe im Wasserkreislauf. Die Entwicklung integrierter Strategien erfolgt in mehreren, transdisziplinär verschränkten natur- und sozialwissenschaftlichen Arbeitspaketen:
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Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung
von Gewässerbelastungen
Impressum |
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