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Workshop-Beiträge

 

 

 

 

 

 

 

Systemische Risiken:
Neue Strategien der Risikobewältigung
für eine neue Form von Risiken?

14. Mai 2007, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) , Frankfurt am Main

Theorie-Workshop im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts „Sozial-ökologische Forschung“, Themenbereich „Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken“. Veranstaltet von den Forschungsprojekten „Übergewicht und Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als systemisches Risiko“ und „Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser (start)“ mit Unterstützung des BMBF.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen des Förderschwerpunkts „Sozial-ökologische Forschung“ seit Oktober 2005 insgesamt fünf Forschungsprojekte im Themenbereich „Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken“. Die der Fördermaßnahme zugrunde liegende Hypothese ist, dass sich in komplexen, globalisierten Gesellschaften eine neue Form von Risiken ausprägt, bei denen die etablierten, auf klassische Risiken ausgerichteten Verfahren der Risikobewältigung nicht mehr greifen, da diese „systemischen Risiken“ nicht mehr lokal begrenzt sind, sondern ein System als ganzes erfassen können. Ziel der Fördermaßnahme ist „die zielgruppengerechte Bereitstellung integrierter Handlungsstrategien zum Umgang mit systemischen Risiken, die durch die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien oder durch individuelle oder kollektive Verhaltensmuster hervorgerufen werden“.

Fragestellung des Workshops

Doch was genau kennzeichnet das „Neue“ an systemischen Risiken, was kann über ihre Entstehungsbedingungen und ihre Dynamik, was über ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und zu erwartende Schadensausmaße ausgesagt werden? Eine Klärung dieser Fragen und die Entwicklung eines darauf aufbauenden theoretisch-konzeptionellen Grundverständnisses bilden die Voraussetzung für die angestrebte Bereitstellung neuer, systemischer Strategien der Risikobewältigung. Auf dem Workshop sollte der aktuelle Stand der Überlegungen zu systemischen Risiken diskutiert werden. Breiten Raum sollten dabei die Entwicklungen und Erfahrungen aus den fünf BMBF-Projekten einnehmen. Durch kommentierende Beiträge externer Referentinnen und Referenten soll gleichzeitig der Anschluss an den internationalen Diskurs um neue Risiken hergestellt werden.

Internationale Perspektive

Referenzpunkt der Fördermaßnahme ist das Verständnis der OECD zu systemischen Risiken. Darin werden Verdichtungs- und Vernetzungsprozesse als Folge des globalen Wandels zentral gestellt, die das Eintreten katastrophaler Ereignisse begünstigen können. Neben ihrem Potenzial für eine möglicherweise irreversible Schädigung sozialer und ökologischer „Großsysteme“ sind diese Systemic Risks der OECD zufolge durch „extreme Unsicherheiten“ gekennzeichnet. Dieser Verweis auf eine Wissensproblematik und damit auf die Infragestellung einer Grundbedingung der klassischen Risikoanalyse – die objektive Bestimmbarkeit von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaßen – bildet die Brücke zum Diskurs um die Rolle des Vorsorgeprinzips bei der Risikobewältigung. Als einer der wichtigsten rechtlichen Grundsätze in der europäischen Umweltgesetzgebung legitimiert das Vorsorgeprinzip Entscheidungen und darauf basierende Handlungen auch dann, wenn die entsprechende Wissensbasis „unsicher“ ist. Ob diese Legitimation jedoch ein neues Risikoverständnis oder gar eine neue Terminologie erfordert, ist Gegenstand aktueller Diskussionen.

Ziele des Workshops

Ziel des Workshops war es, zunächst den Austausch zwischen den fünf Projekten zu systemischen Risiken zu stärken und Impulse für die konkrete, problembezogene Theoriearbeit zu geben. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten einer Vernetzung der gemeinsamen theoretisch-konzeptionellen Forschungsarbeiten innerhalb der verbleibenden Laufzeit der fünf BMBF-Projekte sondiert werden. Ziel einer solchen Zusammenarbeit könnte die Aufstellung einer Forschungsagenda für eine spezifische, international anschlussfähige, sozial-ökologische Risikoforschung im Anschluss an die Fördermaßnahme sein.

 

 

Projektflyer zum Download (140 KB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stand 19.08.2008